Dorfposcht
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Editorial der Ausgabe 159 vom 18. Mai 2018

Werte Leser und Leserinnen der Dorfposcht,

bereits sind wir im Wonnemonat Mai angekommen und die Hälfte des Jahres ist auch schon bald wieder hinter uns. Zu diesem Zeitpunkt endet auch die Legislaturperiode des jetzigen Gemeinderats. Im April erfolgten die Behördenwahlen und dabei wurde der Gemeinderat neu aufgestellt.

Nach vier Amtsperioden übergebe ich mein Gemeinderatsamt ab und investiere die dadurch gewonnene Zeit in neue Ziele. Wenn ich mir meine Zeit im Gemeinderat durch den Kopf gehen lasse, so habe ich doch einen sehr interessanten Lebensabschnitt erlebt, obwohl es nicht immer einfach war, die über 600 Termine unter einen Hut zu bringen. Da waren hie und da familiäre und berufliche Kompromisse von Nöten. Ich verstehe sehr gut, wenn jemand aufgrund familiären oder beruflichen Gründen keinen «Bock» auf ein öffentliches Amt hat. Termine tagsüber sind für Berufstätige nicht immer einfach wahrzunehmen, sind aber je nach zu betreuendem Ressort notwendig, da die zuständigen Amts- und Geschäftsstellen ihre Büros spätestens um 17 Uhr schliessen. Zudem ist es nicht jedermanns Sache, abends nach erfolgtem Tageswerk, noch einmal in die ‹Hosen› steigen zu müssen.

Dem neu gewählten Gemeinderat geht die Arbeit wahrlich nicht aus. So stehen doch markante Veränderung in der Gemeinde an. Ich denke da vor allem an die anstehende Gemeindefusion. Bei der Fusionsfrage frage ich mich einfach, wie das gehen soll, wenn alle beteiligten Gemeinden sich einen Mehrwert daraus erhoffen. Profitieren geht bekanntlich nur, wenn andere zurückstecken.

In einem vorgängigen Editorial habe ich zum Einkaufen im Volgladen Thalheim aufgerufen. Wie ich erfahren habe, konnte der Umsatz dadurch um einige Protzente gesteigert werden. Für ein definitives Überleben des Ladens reicht es aber noch lange nicht. Das Problem wird sich mit der Fusion zwischen der Landi Dägerlen und der Landi Weinland noch verschärfen. Denn dadurch werden die wirtschaftlichen Interessen sicherlich anders gewichtet. Und in der heutigen Zeit kann kein Laden überleben, der nicht die erforderlichen Umsatzzahlen liefert. Eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde wäre sicherlich eine Möglichkeit in diesem Überlebenskampf. Eine dahingehende Aussage wurde bereits durch den Geschäftsführer des neuen Genossenschafsgebildes gemacht. Da beneide ich den Gemeinderat in der Urteilsfindung wahrlich nicht.

Hiermit schliesse ich mein letztes Editorial und trete Ende Juni von der Gemeinderatsbühne zurück und wünsche meinem Nachfolger die nötige Zeit, Kraft und das Geschick für die Weiterführung des anspruchsvollen Amtes.

Freundliche Grüsse
Peter Benz

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