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Themenreihe

Getreidesammelstelle Thalheim: Aus der Region ‒ für die Region

Die Getreidesammelstelle Thalheim wurde am 1. August 1964 nach nur sechs Monaten Bauzeit, als eine der ersten Getreidesammelstellen in der Schweiz in Betrieb genommen. Bereits im 1. Betriebsjahr wurden über 2000 Tonnen Getreide in Thalheim eingeliefert. Der Bau der Getreidesammelstelle Thalheim war die Antwort auf den Einzug der 1. Mähdrescher in die Schweiz. Bis weit in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde auch in unserer Region das Getreide mit einem Bindemäher gemäht und zu Getreidegarben gebunden. Diese Getreidegarben wurden je nach Wetter, teilweise während Wochen auf dem Feld nachgetrocknet. Anschliessend wurden sie auf den Getreidebühnen in den Bauernhäusern zwischengelagert, bis dann im Verlaufe des Winters die Dreschmaschine vorbei kam und damit das Getreidekorn aus den Ähren gedroschen wurde. Das Weizenkorn wurde abgesackt und anschliessend an die Eidgenössische Getreideverwaltung verkauft. Zu dieser Zeit war der Bauer fast das ganze Jahr mit seinem Getreide beschäftigt.

Mit dem Aufkommen der Mähdrescher und der Eröffnung der Getreidesammelstelle Thalheim veränderte sich die Getreideproduktion in der Region einschneidend. Das Getreide wurde von nun an bereits im August, direkt auf dem Mähdrescher in Säcke abgesackt, oder bei den grösseren Bauern bereits lose in Brückenwagen gekippt. Dieses Getreide konnte ab dem 1. August 1964 von den Bauern direkt ab Feld an die Getreidesammelstelle geliefert werden.

In den folgenden Jahren sind die Getreidemengen laufend angestiegen und die Getreidesammelstelle wurde mehrmals erweitert. 1970 wurde das Kartoffellager und 1975 die erste Futtermühle gebaut. 1984 konnte die dritte Annahmegosse in Betrieb genommen werden. Auch die Getreidelager wurden laufend erweitert und die Betriebseinrichtungen modernisiert. Im 2004 konnten wir unsere neue Futtermühle einweihen und im gleichen Jahr haben wir unsere Lagerkapazität auf rund 20’000 Tonnen erhöht.

Die Getreidesammelstelle Thalheim ist mit einer Getreidemenge von über 30’000 Tonnen pro Jahr die grösste Getreideannahmestelle der Schweiz. Die zentrale Lage mitten in einem der besten Ackerbaugebiete der Schweiz, sowie fortschrittlichen Getreidebauern haben den Ausbau dieser Anlage möglich gemacht. Zusätzlich lagern wir für unsere Bauern jedes Jahr 3000 Tonnen Kartoffeln, welche im Verlaufe des Winters an die Firmen Zweifel und Bina verkauft und anschliessend zu Chips oder Pommes Frites verarbeitet werden.

«Aus der Region ‒ für die Region.» Dieser bekannte Slogan eines Grossverteilers wird in Thalheim beispielhaft umgesetzt. Das Futtergetreide der Bauern wird in Thalheim gemahlen und geht als Tierfutter wieder an die gleichen Bauern zurück. Beim Brotgetreide wird über 80 Prozent per SBB an die Swissmill nach Zürich geliefert, wo dieses vermahlen und anschliessend an die Bäcker weitergeliefert wird.

Auch bei der Getreidetrocknung sind wir führend in der Schweiz. Im 2008 ersetzten wir unsere Ölfeuerungen durch eine Biomassenheizung. Seither trocknen wir das Getreide durch das Verbrennen von Getreideabfälle und sparen dadurch jährlich rund 200’000 Liter Heizöl.

Neubau Getreidesilo 2017

Seit der letzten Getreidelagererweiterung im Jahre 2003 sind unsere Übernahmemengen nochmals deutlich angestiegen. Dazu kommt, dass der Bund unseren Betrieb ab 2018 der Pflichtlagerhaltung unterstellt und wir ab diesem Sommer mindestens 1000 Tonnen zusätzliches Pflichtlager halten müssen. Damit wir diese zusätzlichen Getreidemengen lagern können, haben wir im letzten Jahr auf der Nordseite des Kartoffellagers den grossen Betonsilo gebaut. Dieser markante Betonbau fasst rund 9’000 Tonnen Getreide, womit wir ab diesem Sommer gegen 30’000 Tonnen lagern können. Ich denke dies sollte für die Zukunft genügen.

Diesen Silo werden wir am 10. Mai 2018 mit einer öffentlichen Besichtigung im Rahmen des Silofestes einweihen.

Rolf Häusler, Geschäftsführer

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