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Erste Solaranlage in Selbstbauweise realisiert

An der Gründungsversammlung der Energiewendegenossenschaft Region Winterthur (ERW) vor nur gerade fünf Monaten hegten bereits 31 aller anwesenden Genossenschafter den sehr konkreten Traum einer Solaranlage auf dem eigenen Hausdach, und zwar einer Anlage, die in Selbstbauweise montiert wird.

Dass die ersten Projekte bereits im März 2017 realisiert sein würden, daran glaubte wohl niemand so richtig, auch wenn mit voller Kraft darauf hin gearbeitet wurde. Nur dank des riesigen Einsatzes aller Beteiligten kombiniert mit dem immensen Wetterglück konnte der sportliche Zeitplan eingehalten werden. Und so sind nun tatsächlich seit Mitte März die ersten beiden Indach-Solaranlagen, die in Selbstbauweise montiert wurden, in Wiesendangen zu bestaunen.

Die Bewohner der Stationsstrasse 31 und 33 haben zufälligerweise eine gemeinsame Philosophie, nennen wir sie der Einfachheit halber «enkeltaugliche Energieproduktion». Ebenso zufällig planten die beiden Nachbarn, die Fassaden ihrer Häuser in den beiden ersten Märzwochen in einem Aufwisch zu renovieren, so musste nur einmal ein Gerüst gebaut werden. Während der Planungsphase dieser Fassadenrenovation wurde die ERW gegründet und die beiden Hausbesitzer beschlossen kurzerhand, gleich auch noch ihre Dächer mit einer Photovoltaik-Anlage zu bestücken. Und weil auf den März sowieso schon ein Gerüst geplant war, sollte die Anlage natürlich in derselben Zeit montiert werden, was einen Zeitplan zur Folge hatte, bei dem rein gar nichts schief gehen durfte.

Mit Volldampf ging es an die Realisierung: der enorme Erfahrungsschatz der Spiezer Genossenschaft wurde angezapft, Werkzeugsets organisiert, Solarpanel-Bestellungen erledigt. Berge von Formularen galt es auszufüllen und einzureichen, die beiden Ziegeldächer mussten abgedeckt und von Zimmermännern für die Panel-Montage vorbereitet werden, etc.

Das Zünglein an der Waage während der äusserst knapp bemessenen Bauphase war jedoch Petrus. Ist dieser nämlich den Solarbauern nicht wohlgesinnt, fällt das Projekt sprichwörtlich ins Wasser. Irgendein am Projekt Beteiligter schien jedoch einen ganz besonderen Draht zum Wettergott zu haben. Am Donnerstag vor der geplanten Dachabdeck-Aktion regnete es in Strömen, unzählige bange Blicke himmelwärts zeigten immer nur dunkle Wolken. Am Freitagmorgen dann, oh Wunder, begrüsste uns strahlender Sonnenschein. Allerdings musste das trockene Wetter auch über die kommenden Tage anhalten, damit die Zimmermänner und der Spengler ihre Arbeit ebenfalls machen konnten. Ob das klappt? Tatsächlich herrschte die ganze Woche über schönstes Frühlingswetter, so dass sieben Tage später, ebenfalls bei schönstem Sonnenschein, die Panels montiert werden konnten.

Trotz einiger ungeplanter Stolpersteine konnten beide Dächer innerhalb eines einzigen Tages fertig montiert werden. Am Tag nach der Montage schüttete es wieder wie aus Eimern, wodurch allerdings auch gleich die Dichte des neuen Dachs getestet und für gut befunden wurde. Die stolzen Besitzer hatten zwar Muskelkater, einige blaue Flecken und Blasen an den Händen, dafür zwei wunderschöne Indach-Anlagen, welche nach einer offiziellen Abnahme den oben erwähnten enkeltauglichen Strom produzieren.

Beide Projekte können besichtigt werden. Die Dächer an der Stationsstrasse 31 und 33 sind gut von der Strasse aus zu sehen. Weitere Auskünfte erteilt die Energiewendegenossenschaft Region Winterthur, Kontaktdaten sind auf der Webseite zu finden:

www.ewg-winterthur.ch

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