Dorfposcht
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Editorial der Ausgabe 145 vom 29. Januar 2016

Liebe Leserin, lieber Leser

Das alte Jahr – es ist vollbracht – nun wird ein Neues angedacht. In diesem Sinne wünschen Ihnen Behörden und Verwaltung ein glückliches 2016.

2015 war in den Medien überwiegend vom Flüchtlingsstrom geprägt. Es ist wichtig und richtig, dass Flüchtenden aus Kriegsgebieten vorübergehend Schutz und Unterstützung gewährt wird. Ob jedoch die europäische «Willkommens-Politik» das richtige Mass ist, bleibt abzuwarten. Die Übergriffe auf junge Frauen zum Jahreswechsel in deutschen Städten sind vehement zu verurteilen und spätestens jetzt muss auch der Kritiker zugeben, dass die Durchsetzungsinitiative der SVP eine «Daseinsberechtigung» hat. Die jüngsten Vorfälle zeigen eine substanzielle Problematik: Die Nettozuwanderung in die Schweiz betrug in den vergangenen Jahren um die 80‘000 Perso-nen ohne Asylsuchende. In 2015 dürften es inklusive Asylsuchende mindestens 100‘000 Personen sein. Das entspricht in etwa der dreifachen Einwohnerzahl der Stadt Schaffhausen. Es ist schlicht unmöglich hierfür Jahr für Jahr die nötige Infrastruktur zu erweitern. Die Mittel der öffentlichen Hand sind beschränkt. Die Ausgaben für Bildung und soziale Wohlfahrt steigen kontinuierlich und die Ausgaben für Sicherheit werden bestenfalls plafoniert – sinken also in Relation zur Bevölkerungszahl. Der Staat ist in der Folge nicht mehr fähig eine seiner zentralen Aufgaben – die Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten – zu erfüllen.

Für mich persönlich ist 2016 ein Jahr des Abschieds von Thalheim an der Thur. Am 28. Februar wählen Sie eine(n) NachfolgerIn für mein Amt als Gemeinderat und Gemeindepräsident. Ich möchte mich bei Ihnen für Ihr Vertrauen bedanken. Die Arbeit in den Behörden haben mir aufgezeigt, wie vielfältig und komplex unser gesellschaftliches Zusammenleben ist. Zu vielen Themen hat es meine Einstellung geändert. Es ist bereichernd, dass sich in unserem Milizsystem engagierte kommunale Akteure uneigennützig dafür einsetzen, dass dieses gesellschaftliche Zusammenleben geordnet und möglichst gerecht funktioniert.

So möchte ich mich bei den Mitarbeitern der Gemeinde, den Behörden- und Vereinsmitgliedern für die stets sehr angenehme Zusammenarbeit bedanken. Sie zusammen mit der Bevölkerung machen Thalheim-Gütighausen zu dem was es ist: Ein schönes, friedvolles, in wundervolle Natur gebettetes Schweizer Dorf!

Tschau mitenand – machid’s guet!

Herzlichst
Rico Broder, Präsident des Gemeinderates

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