Dorfposcht
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Editorial der Ausgabe 130 vom 26. Juli 2013

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Schon ist das Schuljahr vorbei und bereits steht das nächste vor der Tür. Am 19. August beginnt das Schuljahr 13/14. Es machen sich dann neue Kindergärtner auf ihren spannenden Weg zur Schule. Einige Schülerinnen werden zu ABC-Schützen und tragen stolz ihre mit tollen Motiven bestückten Theks zur Schule. Neu dürfen die einen vielleicht mit dem Velo zur Schule radeln – die Grossen, die ihr Ziel in Andelfingen wissen, mit Sicherheit und jene mit Ziel Winterthur oder noch einer anderen Stadt, werden ihre Wege mit dem Zug oder dem Bus bewältigen.

Allen gemeinsam ist; sie müssen sich neuen Situationen stellen und lernen sich entsprechend zu verhalten. Die ersten Schritte gelingen an der Hand der Eltern, doch benötigen sie alle dann Zeit und Möglichkeiten ihre Verkehrskompetenzen zu üben und verbessern und ihre gewinnende Selbstständigkeit zu nutzen.

Der Schulweg stellt einen Freiraum dar, in dem Kinder von Eltern und Lehrpersonen unbeaufsichtigt sind und ungestört eigene Erfahrungen sammeln können, die für ihre Entwicklung wichtig sind. Sie knüpfen dort soziale Kontakte, erforschen ihre Umgebung, machen eigene Entdeckungen unkommentiert von Eltern und Lehrern – kurz gefasst «Sie erleben die Welt auf eigene Faust». Das stärkt ihr Selbstbewusstsein und fördert ihre Eigenverantwortung. Ein weiterer positiver Aspekt ist sicherlich auch, dass es ganz einfach gesund ist, sich möglichst viel an der frischen Luft zu bewegen. Es fördert das körperliche, motorische und geistige Wohlbefinden.

Erinnern Sie sich noch an ihren Schulweg, liebe ThalheimerInnen und GütighauserInnen? Vielleicht sind es die «romantischen» Seiten die ihnen allgegenwärtig sind wie «Blüemli sueche, Schnäggli rettä, Chriesi stähle, Gheimnis uustusche, flüschtere, Schneeballschlachte, Rägetänz und z’spaat id Schuel cho» mit den fantastischsten Entschuldigungen beim Lehrer? Oder sind es die weniger schönen Momente die geblieben sind, wie Streit und Ärger, gegenseitige Plagereien, kalte Füsse, Hände und Ohren, aber auch lange –, nicht enden wollende Schulwege?

In meiner Schulzeit war der Schulweg ein sozialer Schwerpunkt an den ich mich meist positiv zurückerinnere. Wir trafen einander an abgemachten Orten oder holten uns gegenseitig Zuhause ab und gingen in Gruppen zur Schule. Es mag verklärt erscheinen, doch glaube ich, es war wichtig «per Pedes» unterwegs gewesen zu sein.

Lese ich nun Berichte demzufolge jedes zehnte Kind zur Schule gefahren wird – in städtischen Gebieten gar jedes 3. bin ich froh auf unsere Schulwege zu blicken. Jeden Morgen spazieren, radeln, schlendern, rennen, «trottinettlen», hüpfen und eilen Kinder von Thalheim und Gütighausen ins Zentralschulhaus zwischen den Gemeinden. Sie plaudern, lachen, staunen, spielen, schreien, flüstern und tuscheln angeregt, manchmal gibt es sicher auch Streit der ausgefochten wird.

Bei Wind und Wetter, Sonne und Regen sind sie unterwegs und holen sich dort ihr eigenes Stück Freiheit ins Herz.

Ich wünsche Ihnen allen einen wunderschönen restlichen Feriensommer und Euch Kindern und jungen Erwachsenen von Herzen den besten Start ins neue Schuljahr 2013/14.

Cornelia Schumacher

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