Dorfposcht
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Editorial der Ausgabe 126 vom 30. November 2012

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Gedanken zum Herbst

Was fällt Euch zum Herbst, zu dieser sicher speziellen Jahreszeit, ein? Halloween. Oktoberfeste in allen Facetten, von bayrisch angehaucht bis währschaft schweizerisch, das Verfärben der Wälder oder bereits Gedanken an «Wie-hätte-man-es-dieses Jahr-besser-machen können?».

In der Tat, jedem unter uns fällt vermutlich etwas anderes dazu ein. Der Herbst ist nun aber sicherlich auch eine intensive Zeit der Jagd, ist jedoch bei weitem nicht die einzige Periode, in der man sich ihr widmet. Unsere Gemeinde, mitten im Züri Wyland, ist einer jener Punkte, besser noch gesagt, die ganze Region ist dies, an denen die Jagd einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Einen Wert, den viele, weil sie ihn nicht zu genau kennen, übersehen oder sogar ablehnen (vielleicht nicht das Rehschnitzel, aber sonst, schon eher …). Oft nimmt man die Jagd nur aus den Medien wahr. Die Einschätzung, so schätze ich, mag hier eher gegen die Jagd sprechen, könnte es zumindest! Eine gute Lösung hierzu ist sicherlich die, einmal spontan einen Jäger zu fragen, ihn anzusprechen! Reden miteinander ist immer viel wert!

Aus diesem Grund lohnt es sich, einmal aufzuzeigen, dass Jagd generell wichtig für uns alle ist. Jagd stellt die Beibehaltung der Artenvielfalt aller bei uns lebenden Wildtiere sicher! Es bedeutet, den Fortbestand an heimischem Wild zu garantieren! Erledigt sich das aber durch das Erlegen von Rehen und von Schwarzwild (für alle Nichtjäger: Wildschweine)?

Ja, tut es, sofern wir es richtig machen und wir auch dazu schauen, dass unser Wild, seine Lebensgrundlagen behalten kann. Die Jäger im Kanton Zürich sind motiviert und werden kontrolliert. Jagd lässt sich nicht als Hobby abtun. Es bedeutet Einsatz und Passion. Durch die Kontrolle der Bestände vermeiden wir einerseits eine Beeinträchtigung von Schäden an Kulturen in der Landwirtschaft, wovon unsere Bauern profitieren, und wir stellen damit vor allem sicher, dass Wildbestände sich nicht durch unkontrollierte Vermehrung selbst in ihrer Art gefährden. Eine zu hohe Wilddichte führt zwangsweise auch zu einer Zunahme der gefürchteten Kollisionen von Wild mit dem Strassenverkehr. Ein jeder Jäger hier, versucht im Rahmen seiner Möglichkeiten, alles zu tun, damit wir solche Dinge möglichst verhindern können. Er hilft aber auch dann, wenn es trotz allem einmal wieder geschieht, dass sich ein Unfall ereignet. Wenn einmal so etwas passiert, weiss die Polizei auch die Telefonnummer des zuständigen Jagdaufsehers. Man hilft.

Nebst alledem: Geniesst einheimisches Wild. Wo bekommt man denn heute noch Fleisch, von dem man guten Gewissens sagen kann, dass es sich um Fleisch handelt, das aus der Region stammt, das sauber (und das meine ich nun sowohl ethisch, als auch praktisch, also unbeeinflusst von medikamentösen Einflüssen und Eingriffen, die wir gar nicht mehr nachvollziehen können) zu uns auf den Teller kommt? Hier im Züri Wyland gibt es das! Sogar in Thalheim!

Ich wünsche allen Lesern eine schöne Herbstzeit, schon eher bald Weihnachtszeit… und en guete Rutsch ins neue Jahr.

Marc Edelmann

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