Dorfposcht
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Editorial der Ausgabe 102 vom 28. November 2008

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Wenn Sie diese Zeilen lesen wird, so hoffe ich, endlich klar sein, wen nun die SVP für die Ersatzwahl in den Bundesrat stellt.

Im Moment scheint mir die Partei gespaltener denn je. Vor allem das Zürcher Lager politisiert doch etwas neben den anderen kantonal Parteien her. Man will den sturen Kopf durchsetzen und bringt Christoph Blocher als einzigen Vorschlag aus einer Partei, welche doch sicher noch einige andere intelligente und brauchbare Leute in ihren Reihen haben sollte. Wenn dem nicht so ist, so sehe ich schwarz für die SVP in nächster Zukunft.

Eines ist klar, wird sich die Fraktion in Bern von den Zürchern überreden lassen, so kann die SVP weiter in der Opposition bleiben. Dies wird sie aber nicht weiterbringen, da man im Verlaufe des letzten Jahres gesehen hat, dass die Opposition nicht funktioniert hat und ein wirrer Zick-Zack-Kurs bei den Empfehlungen zu den Vorlagen herrscht. Mal ist man dafür, dann wieder dagegen und findet aber immer wieder eine Antwort, wenn die Presse den schwankenden Kurs in Frage stellt.

Zur Zeit sind es etwa zehn Kandidaten für die mögliche Wahl. Einige zieren sich noch ein wenig und wollen nicht wenn der andere usw.

Christoph Blocher wirkt auch nicht unbedingt wirklich motiviert, wenn er sagt «wenn man mich will, dann mach ich es halt». Äxgüsi – Bundesrat sein ist nicht ein Amt, das man mit solch einer Einstellung «jä nu dänn halt» ausführen kann. Man solle schon ein wenig motivierter hinstehen oder ansonsten gilt es rechtzeitig die Konsequenzen zu ziehen und «s'Füdle ha» zu sagen «Ich stehe nicht zur Verfügung». Er kann nur gewinnen, auch wenn es eigentlich schon gar spät ist, für dies Äusserung.

Eines steht fest die SVP gehört sicher in den Bundesrat. Vor allem, wenn sie wirklich an einer gemeinsamen Politik interessiert ist und dem Land helfen will.

Wer es denn nun schlussendlich sein wird, der das frei werdende Amt antritt, ist der SVP zu überlassen und wenn es ein «wählbarer» Kandidat ist, dann sollten auch die anderen Parteien dem nicht im Wege stehen.

Ich denke, dass nach den Wahlen im Dezember zu Beginn des Jahres, der eine oder andere amtierende Bundesrat sich auch zurückziehen wird.

Warum er es nicht auch jetzt gemacht hat? Politisches Kalkül! Man will der SVP nicht zu viel Platz geben um eventuell sogar gleich zwei Sitze auf einen Streich zu gewinnen und bei einer Wahl eines SVPler in den Bundesart kann man dann wieder darauf hinweisen, dass man nun eine Gegenleistung erwarte.

So ist das Wahlsystem – eine Hand wäscht die andere. Wenn nicht – wehe dem bei den nächsten Wahlen.

Erich Bucher

Das ganze Redaktionsteam der Dorfposcht wünscht Ihnen geruhsame Feiertage und jetzt schon «en guete Rutsch» ins 2009!

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