Dorfposcht
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Gedankenflug

Der Tag des Systemadministrators und andere Skurrilitäten

Am Tag, an dem diese neue Nummer der Dorfposcht herauskommt, feiern die Systemadministratoren ihren Gedenktag. Es gibt wahrhaftig nichts, was es nicht gibt! Systemadministratoren, ein Wort das man noch nicht seit langem kennt – und es gibt bestimmt noch mehr als genug Menschen, die sich darunter nichts vorstellen können. Wer regelmässig am Computer arbeitet, der ist so oft und immer wieder dankbar, dass der Systemadministrator – mehr oder weniger schnell – zur Stelle ist, wenn nichts mehr geht auf dem vertrackten Gerät. Und wehe wenn das Ding abstürzt in einem Moment, da kein Systemadministrator auffindbar ist – Katastrophe. Wir haben uns schon so daran gewöhnt, dass wir jederzeit und rasend schnell per Computer kommunizieren können. Der Beitrag für die «Dorfposcht» kann im letzten Moment geschrieben werden, denn ich kann ihn ja in Sekundenschnelle per Mail an die Redaktion übermitteln. Wenn alles funktioniert …

Wenn nicht, muss der Systemadministrator helfend einspringen. So man denn einen hat. Das ist in Firmen eine Selbstverständlichkeit. Für Privatleute ist es meistens ein guter junger Geist, der diese Rolle mehr oder weniger freiwillig übernommen hat, weil er ein Technologie-Freak ist. Uns, die wir technologisch ziemlich schwach auf der Brust sind, erscheinen die Systemadministratoren wie Schutzengel. Manchmal aber auch wie Teufelchen. Denn wir sind auf Gedeih und Verderb von ihnen abhängig (und abhängig sind wir ja so ungern). Ohne sie können wir zusammenpacken und reumütig zur guten alten Schreibmaschine zurückkehren und zum Faxgerät. Unvorstellbar!

Warum der 25. Juli der Tag des Systemadministrators ist, weiss ich nicht. Es stand kurz nach Neujahr im Tages-Anzeiger. Da hat sich einer der Redaktoren die Mühe gemacht und die skurrilsten Gedenktage des Jahres zusammengesucht. Am zweiten Februar ist der Tag des Murmeltiers und am 29. April der Tag des Tanzes. Einen Tag für die Rundlichen gibt es auch, welche genug haben von all den Wunderdiäten, nämlich am sechsten Mai den Tag der Antidiät. Was genau am Tag des Handtuchs am 25. Mai gefeiert werden könnte, ist mir nicht ganz klar. Doch am 21. Juni darf man den ganzen Tag im Bett bleiben, es ist der Tag des Schlafs, der eigentlich eher eine Nacht des Schlafs sein sollte. Die Linkshänder werden am 13. August gefeiert und die Kopfschmerzen – so man die denn feiern will – am fünften September. Geburtstagskinder vom fünften September dürften daran keine Freude haben! Sind sie für ihre lieben Mitmenschen Kopfschmerzen?

Kinder haben sicher ihren Spass am 19. September, das ist der «Sprich-wie-ein-Pirat-Tag». Dem Portemonnaie tut der Kauf-nix-Tag am 29. November gut, so knapp vor Weihnachten kann das nicht schaden. Und gut passend zur Winterzeit ist am fünften Dezember der Tag der Badewannen-Party – da ist es wenigstens schön warm im Wasser. Am besten gefallen mir der Tag der Katzen am achten August und der Tag des Lachens am vierten Mai. Lachen ist gesund, auch wenn es einem Fältchen beschert. Doch die Lachfältchen nimmt hoffentlich auch der eitelste Mensch gern in Kauf.

Und wie hat denn wohl mein Journalisten-Kollege alle diese seltsamen Gedenktage zusammengesucht? Eben: mit Hilfe des Internet. Und damit sind wir wieder beim heutigen Gedenktag des Systemadministrators, ohne den an vielen Orten das Internet immer wieder einmal lahm gelegt wäre.

Ursy Trösch

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