Dorfposcht
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Editorial der Ausgabe 100 vom 23. Juli 2008

Sommer, Sonne, Urlaub.

Viel Menschen haben den Urlaub noch vor sich und freuen sich auch zu Recht darauf.

Wir haben ihn schon hinter uns und haben diese Tage sehr genossen. Doch es ist uns etwas aufgefallen und auch etwas sauer aufgestossen. Wir waren auf einer Griechischen Insel und im Hotel sahen wir viele Touristen mit farbigen Bändeli ums Handgelenk, die All-Inklusiv Touristen. Auch haben wir gesehen, dass einige Hotels halb zerfallen oder noch nicht fertig gebaut waren. Tavernen die sicher einmal wunderschöne Lokale waren, zerfallen und voll Müll. Einheimische haben uns erzählt, dass die Reiseveranstalter die Hotels sozusagen zwingen, diese All-Inklusive Angebote zu machen. Personal wird aus so genannten Billigländern (z.B. Ostblock) geholt. Das Essen wird zwar als einheimisch angeboten und ist sicher auch nicht schlecht, aber stimmt die Qualität auch? Ich frage mich, wo wird von diesen grossen Reiseveranstalter eingekauft, wohl kaum bei einem kleinen regionalen Familienbetrieb. Somit kommt auch kein Geld ins Land und die zahlreichen Familienunternehmen können bald nicht mehr existieren. So geht auch der typische Charakter eines Landes verloren. Aber anscheinend ist das den Menschen ziemlich egal. Konsum, Spass und das ohne viel Geld auszugeben und ohne viel dafür zu tun, scheint heute in zu sein.

Die Urlauber gehen nicht mehr aus zum Essen, im Hotel wird ja alles geboten. Man geht also jeden Tag zur selben Zeit zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Abendessen, und immer stellt man sich in die Schlange, wie bei uns in der Kantine. Es herrscht auch etwas Kampfstimmung, denn jeder will ja zur gleichen Zeit warmes Essen haben, dann noch etwas Unterhaltung. Fast wie zu Hause, toll!? Dazu kommt noch, dass diese Gäste oft die sind, die als erste an irgendwas herummeckern, wenn etwas nicht ist wie zu hause. Wozu die wohl in ein fremdes Land reisen? Kann sein dass das einige Menschen glücklich macht

Hat man aber dann im Land, in dem man war, auch nur ein bisschen von der Kultur mitbekommen? Wie die Menschen da leben? Was typisches einheimisches Essen ist? Was bietet ein kleiner Lebensmittelladen alles an? Was gibt es sehenswertes in dieser Gegend? Ja, es werden auch Ausflüge angeboten. Man wird zu einem bestimmten Zeitpunk beim Hotel abgeholt, in einen Bus gezwängt, es wird nur da angehalten wo es vorgesehen ist. Dann werden die Touristen wieder eingesammelt und es geht zurück zum Hotel. Nun, man hat etwas erlebt und gesehen.

Unsere Ferien waren auch erholsam, aber etwas anders als zu Hause. Das Frühstück haben wir auch mal ausgelassen, haben ein Auto gemietet und sind losgefahren. Dabei haben wir so manch schönen Flecken entdeckt. Wir konnten essen wann wir wollten, auch das Lokal konnten wir uns aussuchen. Dabei sind wir auf sehr gute Griechische Restaurants gestossen, die wir auch gerne noch ein zweites Mal aufsuchten. Die Wirtsleute geben sich sehr grosse Mühe mit der Sprache, oft können sie englisch, aber auch etwas deutsch. Am Schluss beim Bezahlen, gab es meistens noch ein Getränk aufs Haus. Wenn wir Lust auf Strand und Baden hatten, bogen wir in die nächste Bucht ab. Auch wenn wir kein Billigangebot gebucht hatten, und vielleicht ein bisschen Geld ausgegeben haben, waren unsere Ferien schön, interessant, Spass und Freude, alles Inklusive. Wir kehrten zufrieden und erholt nach hause zurück. Die Moral von der Geschichte; Lieber Qualität, die vielleicht etwas mehr kostet, statt Quantität, die uns am Schluss vielleicht teuer zu stehen kommt. Eine Schöne und erholsame Ferienzeit wünsche ich allen, die das Glück haben in die Ferien zu fahren oder zu fliegen.

pr

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