Dorfposcht
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Editorial der Dorfposcht Nr. 84 vom 25. November 2005

Liebe Leserinnen und Leser

[Das Titelbild der Dorfposcht Nr. 84 vom November 2005]Zwei Tage nach meinen Ferien streicht meine Nase kurz über den Ärmel meines Pullovers – die Geschmacksnerven zucken zusammen!

Puuhhhh! Was mieft denn da so? Ach ja, ich war in einem Restaurant in der Schweiz und da wird ja bekanntlich geraucht.

Zugegeben, ich war lange Raucher und verschmähe eine gute Zigarre nun wirklich nicht, aber ach war das doch schön, zwei Wochen lang die Kleider am Abend nicht zum Entlüften nach draussen hängen zu müssen.

Wirklich, das gibt es! Seit 2004 ist es in den Gaststätten in Irland absolut verboten zu rauchen. Es droht sogar eine Busse bei Zuwiderhandlung.

Nun könnte man ja meinen, dass die Gastbetriebe immense Umsatzeinbussen verzeichnen – doch weit gefehlt! Unter der Woche sind sie sowieso nur zum Feierabendbier gut besucht und am Wochenende sind die Lokale trotzdem zum Bersten voll.

Interessant ist – keiner mosert rum. Entweder die Raucher verzichten ganz oder gehen vor die Türe. Doch wer denkt, dass diese da nun rudelweise stehen, irrt gewaltig. Auch ist für Sauberkeit gesorgt, es liegt fast keine Kippe auf dem Boden. Die Pubs haben sich sogar etwas ganz spezielles einfallen lassen – einen Raucherraum. Dieser Raum ist – durch die Bauweise der Häuser gefördert – meistens in einem kleinen Hinterhof oder Nebenhof anzutreffen. Die ganz fixen haben sogar gedeckte Plätze erstellt, so dass ihre Gäste auch bei Regen dem Rauchen frönen können. Einzig im Winter wird es etwas kühl werden, denn diese Räume sind nicht beheizt.

Auch hierzulande trifft man die Idee des Rauchereckens – nicht einfach nur ein Tisch oder zwei – immer mehr an. Man soll die Raucher nicht gleich, obwohl eine Minderheit, diskriminieren, aber mit etwas Phantasie und Toleranz von allen Seiten ist diese Bewegung sicherlich nicht schlecht und sollte nicht aufgehalten werden.

ebu

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