Dorfposcht Nr. 74/26. März 2004 | Schule: Sparmassnahmen

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Schule

Sparmassnahmen

Mit dem Sanierungsprogramm 04 hat der Regierungs- und Kantonsrat im letzten Jahr versucht, das prognostizierte Defizit bis 2007 durch eine ganze Reihe von Massnahmen um etwa zwei Milliarden Franken zu reduzieren. Darunter sind auch Massnahmen, die den Bildungsbereich betreffen. Auf die Primarschule Thalheim wird das die folgenden Auswirkungen haben:

Anhebung der Klassengrösse

Die durchschnittliche Klassengrösse wird in drei Schritten um 1,5 Schülerinnen resp. Schüler erhöht.

Auswirkungen auf die Primarschule Thalheim: Für das Schuljahr 2004/05 werden wir die Stellenzahl für die Pflichtlektionen an unserer Schule von drei auf etwa 2,8 Stellen reduzieren müssen. Das bedeutet, dass der Anteil an parallelem Unterricht in den Doppelklassen zunehmen wird. Oder umgekehrt ausgedrückt, der Anteil an Unterricht in Halbklassen wird abnehmen. Die Stellenzahl wird künftig jährlich anhand der aktuellen Schülerzahlen neu bestimmt. Um einen Unterricht in dem von uns angewendeten Zweiklassenmodell abhalten zu können, darf die Schülerzahl nicht allzu weit unter fünfzig absinken. Ansonsten «droht» uns die Rückkehr zum Dreiklassenmodell.

Reduktion der Handarbeitsstunden in der fünften und sechsten Klasse von vier auf zwei Lektionen pro Woche

Auswirkungen auf die Primarschule Thalheim: Die Schüler der fünften und sechsten Klasse haben zwei Lektionen pro Woche weniger Handarbeiten. Wir haben uns entschlossen, diese Reduktion der wöchentlichen Lektionenzahl teilweise zu kompensieren, indem eine Lektion zusätzlich im Halbklassenunterricht abgehalten und neu eine Ergänzungslektion für die individuelle Erweiterung oder Vertiefung des Unterrichts in den Stundenplan aufgenommen wird. Unter dem Strich bedeutet das eine Reduktion von 28 auf 27 Lektionen pro Woche (ohne «Biblische Geschichte») für die Schüler der fünften und sechsten Klasse.

Biblische Geschichte» wird aus dem Unterrichtsbereich «Mensch und Umwelt» gestrichen.

Das Fach wird neu als Freifach aufgeführt. Dadurch ist es den Schulgemeinden freigestellt, das Fach anzubieten. Die Kosten gehen vollumfänglich zulasten der Gemeinden.

Auswirkungen auf die Primarschule Thalheim: Wir haben mit einer Umfrage das Interesse von Eltern und Schülern des Schuljahres 2004/05 zur «Biblischen Geschichte» ermittelt. Aufgrund des Resultates der Umfrage (36 Schüler würden sich gemäss dieser Umfrage für die «Biblische Geschichte» anmelden, das sind 68 Prozent aller Schüler) haben wir uns entschieden, im Stundenplan 2004/05 je eine Lektion «Biblische Geschichte» in zwei Klassen (erste bis dritte und vierte bis sechste) anzubieten.

Das Sanierungsprogramm 04 beginnt zwar erst im Schuljahr 2004/05 zu wirken, aber eigentlich ist es bereits überholt. Das nächste Sparpaket ist schon in Sicht. Wenig hellseherische Fähigkeiten braucht es, um vorauszusagen, dass auch im Bereich Bildung mit weiteren Sparmassnahmen gerechnet werden muss.

Zum Schluss noch eine etwas politische Aussage in Form eines Zitates. Anlässlich einer Besprechung der Schule Thalheim beim Volksschulamt stellte der Verantwortliche für das Lehrpersonal des Kantons mit Blick auf die politische Landkarte des Kantons Zürich trocken fest: «Die Thalheimer wollen das ja so!».

Weihnachtsspiel, Weihnachtsmarkt und Handarbeitsausstellung

Bis anhin wurde das Weihnachtsspiel und der Weihnachtsmarkt abwechselnd alle zwei Jahre angeboten. Dadurch blieb jeweils sehr wenig Spielraum für andere Aktivitäten zwischen den Sommer- und den Weihnachtsferien. Die Schulpflege hat einen Vorschlag der Lehrerschaft aufgegriffen und beschlossen, Weihnachtsspiel, Weihnachtsmarkt und die Handarbeitsausstellung zukünftig im Dreijahresrythmus abzuhalten (Handarbeitsausstellung im Juni 2005, Weihnachtsmarkt im November 2005, Weihnachtsspiel im Dezember 2006).

Thomas Kübler

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