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Kunsthandwerk im Dorf

Kerbschnitzen

Mit Kerbschnitzen hat Armin Nüssli eher zufällig begonnen. Von einer Bekannten wurde er angefragt, ob er nicht Lust habe, den Kurs der Fortbildungsschule Andelfingen im Kerbschnitzen zu besuchen. Das war vor ca. 17 Jahren. Ein Schnitzer führte ihn in dieses Kusthandwerk ein, Armin liess sich davon begeistern, unter anderem sagt es ihm auch sehr zu, weil es wenig Material, wenig Werkzeug und nicht einmal eine Werkstatt braucht. Mit einem guten Schnitzmesser, dem geeigneten Holz, am besten ist Linde oder Ahorn, einem Massstab, Zirkel, Lineal und Bleistift ist man schon fast ausgerüstet. Wichtig ist auch gutes Licht, wer dann die Grundtechnik beherrscht kann sich in Büchern geeignete Ornamente und Rosetten aussuchen, diese aufzeichnen und dann mit der Arbeit beginnen. Wer exakt arbeitet erzielt bald schöne Resultate.

Auf dem Titelbild ist eine Schnitzerei auf einem Brett zu sehen, Kerbschnitzereien müssen nicht unbedingt nur Ornamente oder Rosetten darstellen, möglich sind auch frei gestaltete Zeichnungen, die klare Konturen und Formen haben.

Meistens schnitzt Armin aber Ornamente, sei dies auf kleinere Gegenstände wie Kleiderbügel, Brettli etc., er hat aber auch schon für die Eckbank in seiner Stube wunderschöne Rosetten geschnitzt, oder Verzierungen an einem Buffet gemacht, auch eine Schrifttafel hat er einmal gestaltet, Schriften sind aber schwieriger, wenn man darin nicht viel Übung hat.

Zu sehen sind Kerbschnitzereien, vor allem auch Schriften, oft an Häusern im Bernbiet. Daneben gab es früher auch viele Möbel, Schränke und Stabellen etc., die mit Schnitzereien verziert wurden.

Viele Anregungen können im Buch: «Das Kerbschnitzen. Ein Lehrgang für Anfänger und Fortgeschrittene», gefunden werden. Verfasser:Christian Rubi, Verlag: Hans Huber, Bern.

Herzlichen Dank an Armin für den Einblick in ein altes Handwerk, das in früheren Zeiten vor allem an langen Winterabenden in vielen Stuben und Werkstätten ausgeführt wurde, um alltägliche Gegenstände zu verschönern und zu verzieren. Heute werden Schnitzereien meist als Hobby ausgeführt, wie dies noch bei einigen alten Handwerken der Fall ist.

Mit diesem Bericht schliessen wir die Serie «Kunsthandwerk im Dorf» ab. Sicher gibt es noch andere interessante Handwerke die nicht zum Zug kamen. Falls Sie gerne darüber berichten möchten, melden Sie sich beim Redaktions-team Dorfposcht.

cjo

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